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dranbleiben!
Bernd Maurer

Entwicklung oder Beratung? Beratung & Entwicklung!

Dieser Artikel ist Auftakt einer Reihe von Beiträgen zum Thema Beratung. Dabei wollen wir darstellen, wie Technik und Consulting zusammenwirken; und aus unserer Sicht und unserer Erfahrung heraus beleuchten, ob sich die klassisch für sich getrennt existierenden Bereiche ergänzen, ausschließen oder vielleicht sogar gegenseitig bedingen.

An der ein oder anderen Stelle werden wir ggf. auch einen Teilbereich der Beratung, das Change Management, noch einmal berühren. Hier hatten wir bereits in der näheren Vergangenheit im Rahmen einer entsprechende Blog- warum-scheitern-groessere-it-projekte-so-oft / Newsletter-Reihe die Notwendigkeit von Change Management betrachtet.

conventic als stark technisch orientiertes Unternehmen kommt aus dem Bereich der Software-Entwicklung. Das ist sicher noch? unser stärkstes Standbein. Dazu kam im Rahmen größerer Projekte unweigerlich das Thema DevOps. Wie viele Begriffe der IT nicht mit einer klaren Deutung belegt, aber aus unserer Sicht das strukturierte Management von Software-Infrastrukturen (damit differenzieren wir uns vom klassischen Admin, wir haben mit Hardware im Grunde nichts am Hut) und mittlerweile eines unserer Fokus-Themen: die größtmögliche (100 %) Automatisierung eben dieser SW-Infrastrukturen. Letztere sind auch im Sinne einer kontinuierlichen Entwicklung mittlerweile hauptsächlich die sogenannten Hyperscaler, also Cloud-Anbieter, im Fokus Microsoft Azure und vor allem auch Amazon Web Services (AWS). Andere Anbieter wie Google Cloud sind bei unseren Kunden (noch) kein allzu großes Thema oder keines mehr (Red Hat Open Stack). Trotz verschiedener Ansätze funktionieren die Hyperscaler oft auf ähnliche Weise mit ähnlichen Tools / Verfahren, wie bspw. die Nutzung von Container, Kubernetes, VM-Instanzen oder Serverless-Funktionen, die eben als state-of-the-art zu bezeichnen wären. Unterm Strich entwickeln wir also Software, mittlerweile hauptsächlich für Cloud-Strukturen, und managen sowohl Infrastruktur als auch die Applikationen selbst.

Mit Blick auf unsere Kunden, die im Allgemeinen zu größeren Konzernen gehören oder größerer Mittelstand sind, unterstützen wir hier im Grunde am Ende sozusagen Digitalisierung durch Cloudifizierung. Das impliziert aufgrund der beteiligten Unternehmensstrukturen auf der Seite der Kunden schon eine gewisse Grundkomplexität.

Weitere Dimensionen der Komplexität

Der nächste Komplexitäts-Level entsteht aus einer größtmöglichen technischen Diversität. Soll heißen, dass es im Allgemeinen meist viele bis unzählige Wege gibt, aus technischer Sicht einen Use Case abzubilden, sodass alles einigermaßen funktioniert, wie es soll. Geneigte Leser:innen werden es ahnen, wir nähern uns der Notwendigkeit einer technischen Beratung. Denn jetzt wird es auch mit Blick auf die kontinuierlich entstehenden Kosten beim Betrieb der SW-Strukturen interessant. Es gilt zu bewerten, wie man kostengünstig agieren kann, wann mit Blick auf das Geschäftsmodell des Kunden welche Performance zu Verfügung stehen muss, welche Tasks zeitverzögert (billiger) abgearbeitet werden können – um nur einige Aspekte zu nennen. D .h. die einfache Umsetzung eines rein technischen Use Cases wäre zwar möglich, das kann man so machen, ist dann aber, … Sie wissen schon!

Das ist aber noch nicht alles. Denn gerade im Konzernumfeld, bei größeren Aktiengesellschaften etc. hat nicht zuletzt durch DSGVO, GDPR, SoX und ähnliche Regelwerke im Kontext der wohl zurecht geforderten Compliance und auch des Datenschutzes die Komplexität noch einmal drastisch zugenommen. Und zwar soweit, dass wir in eigentlich technisch gelagerten Projekten nun signifikante Anteile der Entwicklungszeit bspw. für die von der DSGVO geforderte Dokumentation benötigen (abgesehen von den zusätzlichen Anforderungen als direkte Ableitung der DSGVO). Nun weiß man in der Software-Entwicklung, dass Dokumentation unter den Standardaufgaben aus Sicht der Software-Entwickler:innen auf Platz 10 von 8 liegt. Umgekehrt formuliert, und da machen wir uns aus Sicht des Arbeitgebers dann wirklich Gedanken drüber, müssen wir schauen, dass unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen noch Spaß an der Arbeit haben. Das wäre sowohl für uns als auch für den Kunden gut, denn jeder aus dem Projekt scheidende Mitarbeiter und jede Mitarbeiterin nimmt Know-how mit. Ein Ansatz von unserer Seite wäre hier, sowohl die Compliance- und Dokumentations-Themen möglichst zu automatisieren als auch die Anforderungen in Bezug auf den Datenschutz in Echtzeit zu kontrollieren. Komplex, sicher. Aber machbar (dazu auch der Beitrag aus unserem Blog https://www.conventic.com/Blog/Posts/2022-03-25-dokumentation-quo-vadis/). Und gewiss ein Beratungsthema, denn hier muss von Verantwortlichen, ggf. persönlich haftenden Personen, entschieden werden, wie weit man gehen will. In Zeiten, wo nach einer Karenzfrist die ersten Strafen für die Verletzung der DSGVO (bis 4 % des Unternehmensumsatzes) ausgesprochen werden, wird sich so mancher CISO o. ä. durchaus die Fragen stellen, was hier die Sicherheit kostet und an Gegenwert bringt, ähnlich wie bei einer Brandschutz-Versicherung.

Um diesen Teil zusammenzufassen: Wir haben mehrere Komplexitätsdimensionen, die sich um / über die fachliche Umsetzung der Anforderungen legen: Laufende Kosten, Wartbarkeit, Compliance, Datenschutz, mögliche Automatisierung, Datenanalyse und Forensik wären dabei die wichtigsten neben weiteren. Die Komplexität steigt aber mit jeder weiteren Dimension nicht linear, sondern wohl eher exponentiell. Deswegen wäre eine interdisziplinäre Beratung zu Beginn und auch während des Projekts durchaus sinnvoll.

Eine wichtige Vokabel hier ist auch INTERDISZIPLINÄR. Denn neben den rein technischen Themen (bspw. Software-Architektur), sehen wir hier initial auch juristische bei der Einschätzung möglicher Folgen und der Definition notwendiger Maßnahmen im Kontext der Compliance; oder Expertenwissen bei der Einschätzung der Kosten einer Plattform.

Unser Beratungsansatz – und das als abschließendes Credo – ist also, dass Beratung im Expertenteam zusammen mit der technischen Umsetzung stattfinden muss, und auch im Zusammenwirken mit den Kunden (da ist auch schon wieder das Change Management). Der einzelne Berater oder Business Consultant hat aus unserer Sicht mit Blick auf die vorab skizzierte Komplexitätslage nur noch einen begrenzten Wirkungsgrad.

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