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dranbleiben!
Dr. Uwe Alkemper

Eine ganz persönliche Sicht auf SAFe

Nach meinen ersten eigenen Erfahrungen in SAFe Organisationen bin ich der Meinung, dass SAFe als Framework in den nächsten Jahren viele IT-Projekte bestimmt und klassische Projektsteuerung durch agile Methoden abgelöst werden, analog zu den Trends bei der Software-Entwicklung.

Scaled Agile Framework

Da mir das Thema “Scaled Agile Framework (SAFe)” in den letzten Monaten bei mehreren großen Kundenprojekten begegnet ist, scheint es für mich der derzeit vielversprechendste Ansatz, um die Lernkurve aus der agilen Software-Entwicklung nun auch auf Unternehmen und Projekte als Ganzes zu übertragen.

Wenn es konsequent und durchgängig angewendet wird, bringt SAFe für mich eine mögliche Nachfolge von klassischem professionellem Projekt- und Portfoliomanagement. Auf jeden Fall sollte man sich mit dem Thema intensiv auseinandersetzen, wenn man größere IT-Projekte plant oder umsetzt. Ein guter Startpunkt ist dabei SAFe 5.0 Framework.

Wie frühere Blog-Beiträge bereits zeigen, hat uns auch in der Vergangenheit schon des Öfteren die Einbettung von agilen Teams in gewachsene Unternehmen und Strukturen beschäftigt. In den Blog-Beiträgen Culture Clash - Agile Projekte im klassischen Umfeld, Agile Entwicklungsumgebung im klassischen Unternehmen und Leading SAFe - Leading the change gehen wir näher darauf ein.

Unsere Entwickler:innen bei conventic sind inzwischen weitestgehend auf SAFe geschult und auch Mitarbeiter:innen aus anderen Bereichen wie Consulting, HR und Projektunterstützung haben bereits eine entsprechende Zertifizierung durchlaufen.

Was ist SAFe?

“Das Scaled Agile Framework (SAFe) ist ein Framework aus Organisations- und Workflowmustern, die Unternehmen bei der Umsetzung von Lean- und Agile-Praktiken anleiten sollen.

Zusammen mit Large-Scrum (LeSS), Disciplined Agile Delivery (DAD) und Nexus gehört SAFe zu den bekannten und wichtigsten Frameworks, die versuchen, die Probleme anzugehen, die bei Skalierungen über ein einzelnes Team hinaus auftreten.2018 besaß SAFe einen Marktanteil von knapp 40 %.” (Quelle: Wikipedia).

Wenn ich es mit meinen Worten beschreibe, dann ist SAFe ein gigantischer Change-Management-Prozess für alle großen und etablierten Unternehmen, die sich darauf einlassen. Das liegt daran, dass es nicht einfach ausreicht, im Unternehmen SAFe einzuführen. SAFe ist Teil der Unternehmenskultur und muss auch entsprechend gelebt werden. Dazu gehört ein bestimmtes Mindset, sowohl der Kolleg:innen, als auch der Geschäftsführung. Da SAFe ein Führungsverhalten erfordert, müssen Geschäftsführer die Kultur vorleben und eine Umgebung schaffen, die den SAFe Werten entspricht. Nur durch dieses Changemanagement ist eine effektive Nutzung des Frameworks möglich. 

Was bewirkt SAFe?

Für mich, der ich seit vielen Jahren große und komplexe IT-Projekte begleitet habe, bedeutet SAFe, dass ich vieles, was ich im klassischen Projektmanagement gelernt habe, gedanklich über Bord werfen muss. 

Der Planungsprozess, die Projektorganisation, die Steuerung und die Ziele von SAFe folgen anderen Prinzipien und sind mit klassischem Projektmanagement nicht mehr vergleichbar.

Für mich gibt es aber auch keinen Hybrid-Weg von SAFe und klassischem Projektmanagement. Wenn man SAFe nutzt, dann sollte man sich in vollem Umfang und mit allen Konsequenzen darauf einlassen.

Für jede/n Mitarbeiter:in in einem solchen Projekt ist das eine echte Herausforderung. Gerade, wenn man schon viele Jahre in der IT tätig ist, kann man sich nicht einfach von allen Erfahrungen freimachen und auf komplett neue Verfahren, Organisationsmodelle und Abläufe setzen, die komplett neu sind. 

Personen aus anderen Bereichen, die noch keinen intensiven Kontakt zu agilen Arbeitsweisen hatten, sind damit oft überfordert.

Gehört SAFe die Zukunft?

Meine persönliche Prognose ist “Ja”. 

Ich glaube, dass die Zeit reif ist, um agile Methoden wie in SAFe auch auf Unternehmen und Projekte zu übertragen. Nach einigen Jahren der Skepsis und des Lernens ist agile Software-Entwicklung nicht mehr anders denkbar. Daher ist die Ära des klassischen Projektmanagments mit Projektoffice, Projektablaufplänen, Meilensteinen, Projekthandbuch und klassischem Projektcontrolling auf dem absteigenden Ast.

Der oben zitierte Marktanteil spiegelt sich auch in meiner persönlichen Wahrnehmung wider, sodass SAFe als Framework in diesem Umfeld eine gute Chance hat, sich durchzusetzen.

In der Umsetzung werden wir in den nächsten Jahren noch die gleichen Herausforderungen haben wie in den ersten Jahren der agilen Software-Entwicklung. Dazu zähle ich, dass einige Projekte formal SAFe einsetzen, viele Stakeholder aber noch in der alten Welt verhaftet sind. Dazu zählt auch, dass viele Abläufe und Prozesse im Unternehmen eben nicht sofort und konsequent schwenken, sondern auf absehbare Zeit weiterlaufen wie bisher. Hier werden wir eine harte und auch teure Lernkurve durchlaufen.

Fazit

Wenn mich ein/e ambitionierte/r junge/r Projektmanager/in oder Berater/in fragt, ob er/sie sich auf den Weg zu einer klassischen PMP/PMI-Zertifizierung begeben soll würde ich selbst heute den alternativen Weg der SAFe Zertifizierungen gehen.

Ich bin fest davon überzeugt, dass wir in den nächsten Jahren mehr und mehr das SAFe Framework im Einsatz sehen werden und es dann auch nicht mehr wegzudenken ist. 

Aber wir werden sehen.

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